Gemeinschaft in Coronazeiten

Dazu kamen die eher gesellschaftlichen Zusammenkünfte, wie die etablierte Happy Hour, die tägliche Kaffeerunde und hin und wieder ein geselliges Essen. Ist das nun alles vorbei mit der Pandemie? Nein und ja. Wie Vieles hängt es von den Regeln ab, die der Gesundheitsschutz vorgibt. Und da scheiden sich die Geister auch in der Siedlung. Altersbedingt haben einige Vorerkrankungen durchmachen müssen. Dass diese Mitbewohner im Allgemeinen etwas vorsichtiger handeln als andere, findet Verständnis. Damit ergibt sich aber eine Ausdünnung bei den üblichen Treffen.

Ein gewisses Spannungsverhältnis ergibt sich daraus, dass die Vorsichtigen und die weniger Besorgten sich gegenseitig nicht mehr so mischen wie in unbeschwerten Zeiten. Aber man lässt sich gewähren und arrangiert sich. Im Freien werden die sozialen Kontakte weiter gepflegt, einige treffen sich oft zu zweit, um spazieren zu gehen. Und die kleinen Dienste, wie Besorgungen zu machen oder Fahren für andere, finden nach wie vor statt. Die Unbesorgteren treffen sich weiter im Pavillon und halten sich an die Regeln, die vorgegeben sind. Es sind diese Personen, welche die Strukturen unserer bewährten und etablierten Zusammenkünfte über die Pandemiezeit aufrecht erhalten.

Es ist wie überall: Unter erschwerten Bedingungen, die hauptsächlich von der Politik vorgegeben werden, scheiden sich die Geister bei der Umsetzung. Somit sind wir hier ein gewisses Abbild der Gesellschaft. Nun hoffen alle auf Normalität nach dieser Durststrecke. Es ist der Wille unserer lockeren Gemeinschaft, diesen Neuanfang anzupacken und mit guten Ideen weiter zu entwickeln. (Text: Manfred Lorch, Foto: Theo Frey).